Frisch gebackene Brote auf Skitour

Winterhütte 2026 der JuBe und Alpin-Gruppe des DAV Freiburg nach S-chanf

Die Winterhütte dieses Jahr war wieder wunderschön. Wir fuhren alle zusammen mit dem Zug nach S-chanf, das bis auf den unaussprechlichen Namen wirklich großartig ist. Im ICE gleich ein ganzes Abteil für sich zu haben, war schon richtig cool, aber dann noch in das hinterletzte Kaff irgendwo in Graubünden mit einem stündlich fahrenden Regionalzug zu kommen, war vielleicht sogar noch ein bisschen cooler. Der schweizer ÖPNV sei gepriesen! Es ist zwar ein bisschen absurd, dass der Zug von Freiburg nach St. Moritz über S-chanf billiger ist als der Zug von Freiburg nach S-chanf, nichtsdestotrotz sind wir sehr gut angekommen.

Wir bezogen gleich unser wunderschönes großes, sehr altes Holzhaus – das Haus Chesa Quattervals –, das mehr als genug Platz für uns hatte: neben genügend Schlafzimmern auch große tolle Aufenthaltsräume und eine prachtvolle Küche, in der direkt von sehr lieben, freiwilligen Menschen gekocht wurde – nur leider am ersten Tag ein bisschen zu wenig. Danach schafften wir es aber mengentechnisch super, ab dem zweiten Tag war es nicht mehr nötig, dass Menschen sich nach dem Abendessen noch ein Müsli machen mussten.

Das Essen war auf jeden Fall ein unfassbarer Banger! Es fanden sich jeden Abend genügend Freiwillige, um zu kochen. Mit möglichst viel ökologischen und veganen Zutaten war das ganze lecker, nachhaltig und für alle was dabei.

Auch wurde täglich viel Brot gebacken, damit fürs Frühstück und für die Skitour genügend Brote geschmiert werden konnten. Für Veganer*innen war viel Aufstrich dabei und für die anderen kauften wir zusätzlich vom quasi-Nachbarhof Unmengen Käse und Milch.

Genauso wie beim Essen wurde auch bei den Skitouren auf alle geachtet. Allgemein war im neuen Sicherheitskonzept vorgesehen, dass in diesem Jahr alle schon einen LVS-Kurs gemacht haben mussten; wir übten am ersten Abend aber auch nochmal die Suche. Jeden Abend wurde der Lawinenbericht von unserer Wetterfee Jens hervorragend vorgelesen und danach besprochen. Anschließend stellten sich alle nach ihren Wünschen auf, fanden Gruppen für den nächsten Tag und begannen gleich mit der Planung. Abschließend wurde von den Erfahrensten unter uns darüber geschaut, im besten Fall der Plan abgenickt und sonst nochmal besprochen – und schon ging es ins Bett, um am nächsten Tag ausgeschlafen auf Tour gehen zu können. Meistens war das Haus um elf Uhr schon ziemlich still.

Morgens war dann eine Skitour angesagt. Je nachdem, wie motiviert die Gruppe war, erfolgte das Treffen vor dem Haus eher um halb acht oder um neun.

Die Auswahl an Skitouren war aufgrund des sehr wenigen Schnees – der Klimawandel lässt grüßen – eher mau, aber ein paar verschiedene und allesamt sehr schöne Touren waren dabei. drei Gipfel, 25 Kilometer Weg und 1.800 Höhenmeter oder 500 Hohenmeter und ein kleinerer Zwischengipfel ... das war alles möglich und dementsprechend für jede Lust und Laune eine Tour parat. Selbst wenn man keine Lust auf Skitouren hatte, war man gut bedient durch das Alternativprogramm: mit der Loipe ganz in der Nähe, einem schönen Tal zum Spazierengehen, mit ein bisschen Wandern oder mit einem See zum Snowkiten.

Bei der Rückkehr kam der Fluss direkt vor dem Haus wie gerufen und alle, denen ganz schön warm geworden war, konnten im fast thermeartigen, schätzungsweise zwei Grad “heißen” Fluss baden. Am Abend ging schließlich alles wieder von vorne los – mit dem Zusatz ab Tag zwei, dass über das Tagesprogramm gesprochen wurde, um so tolle Ideen für Skitouren und anderes zu bekommen.

Das Wetter war voll auf unserer Seite: zuerst drei tolle Tage mit viel Sonne, dann ein taktischer Schlechtwetter-Ausruh-Tag. An diesem hatten wir sehr viele spannende Inputs, die den ganzen Tag füllten: von Lawinen- und Schneekunde mit Jo bis zu dem Bau einer Skitrage aus einem Biwaksack mit Snic, T-Anker-Übungen und Spaltenselbstrettung mit Skiern, was Lea mitangeleitet hat. An den beiden letzten Tagen kam die Sonne wieder zum Vorschein und es fiel etwas Neuschnee – besser geht´s nicht! Ansonsten gab es auch immer viel zu tun: Die Gitarre, der Tischkicker, die Tischtennisplatte und Kartenspiele haben es nie langweilig werden lassen. Sowieso, mit lieben Menschen – und das waren restlos alle auf dieser schönen Winterhütte – braucht man kein gutes Wetter, um Spaß zu haben!

Text: Florian Rittershofer, Fotos: JuBe und Alpin-Grupp

Foto : JuBe und Alpin-Gruppe - Skitour und Brotzeit | © JuBe und Alpin-Gruppe
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